Januar 2018






Genf, Montag, 22. Januar 2018
Mario Garcia gewinnt den Bocuse d’Or Suisse

Heute Montag, 22. Januar 2018, fand an der Sirha Genf der renommierteste Kochwettbewerb statt, die Schweizer Ausscheidung für den Bocuse d’Or. Mario Garcia, 27 Jährig, gelang es, nach einem Kochmarathon, der 5 Stunden und 40 Minuten dauerte, die hochkarätige Jury um Jurypräsident Joël Robuchon zu überzeugen. Er wird nun die Schweiz im Juni an der europäischen Ausscheidung des Bocuse d’Or in Turin vertreten.

Das Niveau beim Bocuse d’Or Suisse war auch in diesem Jahr aussergewöhnlich hoch. Jeder der vier Kandidaten gab während des gesamten Wettbewerbs sein Bestes und das Endresultat konnte sich sehen lassen. Die Kandidaten präsentierten der Jury Gerichte von grosser Qualität – das Resultat unzähliger Übungsstunden, die jeder für sich in den vergangenen Monaten absolvierte.

Der Kochwettbewerb begann um 9 Uhr. Mario Garcia, Christoph Hunziker, Dave Wälti und Thomas Wycisk interpretierten die Aufgabenstellung auf äusserst unterschiedliche Weise, sei es nun beim Fischteller bestehend aus Stören und Krevetten, oder dem Fleischgericht aus Lammrücken und zwei Lammschultern. Doch die gebotenen Leistungen der vier passionierten Köche zeichneten sich aus durch Originalität, Präzision und Detailtreue. Auf die Bekanntgabe der Resultate mussten sie sich bis 17.00 Uhr gedulden, doch sie alle bekamen ein Zertifikat für ihr Können.

Die Degustationsjury stand auch in diesem Jahr vor einer schwierigen Aufgabe. Schliesslich vermochte die Leistung von Mario Garcia die Jury mit Ehrenpräsident Joël Robuchon und zwanzig weiteren grossen Köchen des Landes, darunter Franck Giovannini und Anton Mosimann, zu überzeugen.

Von jetzt an wird sich Mario Garcia mit Unterstützung des Teams der Schweizer Bocuse d’Or Akademie vorbereiten, um sich beim europäischen Finale des Bocuse d’Or am 11. und 12. Juni mit den besten Köchen Europas zu messen. Viel Zeit um zu Verschnaufen und den Sieg zu feiern bleibt also nicht, denn das Kochtraining muss sehr schnell wieder aufgenommen werden. Mario Garcia kann auf Wettbewerbserfahrung zurückblicken als Teamchef der Kochnationalmannschaft und hat sich selbständig gemacht mit seiner eigenen Kochschule, „cre/ate“, in Horw.

Die Gedanken aller waren selbstverständlich während der gesamten Bocuse d’Or-Veranstaltung beim Wettbewerbsgründer Paul Bocuse, der 91-jährig am Samstag in der Nähe von Lyon gestorben ist. Vor einigen Jahren war er selbst Ehrenpräsident und nahm zusammen mit Fredy Girardet an der Schweizer Bocuse d’Or Ausscheidung teil. Und auch wenn die Gastronomie ihren Küchenpapst verliert, werden seine Aura und seine Lehre noch lange nach ihm fortbestehen, wie auch der Wettbewerb, der seinen Namen trägt und bei dem die Kandidaten heute mit ihrer Qualitätsleistung den Meister würdigten. «Au revoir, Monsieur Paul et merci!»

Das Menü des Gewinners:
Sautierter Frutiger Stör mit Kräuter-Hüttenkäse-Farce, Kräuterpulver und Frischkäse Estragon – Beurre-blanc mit Krustentieröl
Temperierte Krevette
mit Limette und Krustentier – Espuma, Portulak – Blumenkohl – Salat,
Selleriekugel mit geräuchtem Stör und Sellerie-Kresse Crumble
Geröstetes Blumenkohl Iota, gepickeltem Sellerieboden und Alpen-Kaviar
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Lammrückenfilet mit Morcheln und Eierschwämmli. Buchweizenmantel mit Himbeeren, Thymian und SpeckPreiselbeer – Sauce
Lammschulter – Knödel mit Federkohl, Eierschwämmli, Cranberrys und Macadamialnüssen
Schwarzwurzel mit Zwiebel – Pankoknusper und Raps
Knusperkörbchen mit Schwarzwurzel-Belperknollenpüreeund gepickelte Zwiebeln
Butternuss, Wirsing, Nüsslisalat und Trüffel

Die Kandidaten hatten 5 Stunden und 40 Minuten Zeit um folgende Gerichte vorzubereiten:
– ein Fischteller bestehend aus zwei Stören und Krevetten 16/20
(16 bis 20 Stück pro Kilo) mit Garnituren nach Wahl
– ein Fleischgericht bestehend aus einem Lammrücken und einer oder zwei Lammschultern mit
mindestens zwei Garnituren nach Wahl.